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Elefant am Stück

Die klassische Organisation von Verkehr hat das Ende ihres Lateins erreicht. Ein neues Modell, Fortbewegung zu denken, muss her.

Es ist an der Zeit, Mobilität neu zu denken. Unsere Begriffs- und Konzeptwelt der vergangenen Jahrzehnte kapituliert Schritt für Schritt vor der Herausforderung namens ›Verkehrswende‹. Das Prinzip des ›predict and provide‹ hat uns in den gegenwärtigen Un-Zustand hineinmanöveriert, hilft uns aber nicht wieder heraus. Das Verkehrsgeschehen wie auch die Daten darüber zersplittern in unseren Worten und Taten regelmäßig in isolierte Fragmente, ohne genau das abzubilden, was alle Elemente eigentlich miteinander integriert — ob nun freiwillig oder nicht: die Fortbewegung des einzelnen Menschen. Denn der stoppt nicht einfach, nur weil ein Teilsystem endet, sondern er überschreitet die Grenzen zwischen den Systemen.

Wie ein Wassertropfen

Verkehrswende beginnt deshalb mit der Erkenntnis, dass die Wahl des Verkehrsmittels für Mobilität eigentlich gar keine Rolle spielt. Stattdessen gilt es, die Deutungshoheit über die gesamte Wegekette des sich fortbewegenden Menschen zu erlangen. Das bedeutet: Quellen und Ziele zu aktivieren, Unterwegs-Ereignisse zu managen und Unterwegs-Erlebnisse zu reflektieren. Erst wenn die einzelne ›Mover Journey‹ keine konzeptionellen Lücken mehr aufweist, bekommen wir den Wandel insgesamt in den Griff.

Wie der Mensch einen Weg zurücklegt, fällt in seine ganz persönliche Entscheidung. Doch welche Widerstände er in den verschiedenen Möglichkeiten zu erwarten hat, können wir zu einem gewissen Grad beeinflussen. Wir können ihn durch die Gestaltung der Landschaft zu maximalem Tempo zwingen oder zum Verweilen animieren. Wir können ihn mittels Informationen auf Holzwege führen oder ins Paradies. Wir können ihn zwingen, mehr Raum zu überwinden als angemessen, um damit unser Geschäft zu machen, oder ihn effizient ans Ziel leiten, damit der Schaden für die Gemeinschaft minimal bleibt. Die Summe aller Einflussmöglichkeiten ergibt das Mobitop.

Das Mobitop beschreibt die Menge räumlich, sozial, funktional und mental zusammenhängender Elemente, die es einem Menschen erlaubt, sich auf die von ihm selbst gewählte Art und Weise mit möglichst wenigen und geringen Widerständen vom Start bis zum Ziel fortzubewegen.

Den Elefanten sichtbar machen

Es handelt sich dabei um ein Modell, das die Reisekette des sich fortbewegenden Menschen zum zentralen Analysegegenstand erhebt. Damit soll das Dilemma von den sechs blinden Männern und dem Elefanten, das die gesamte Debatte um Verkehrswende und Mobilität der Zukunft durchzieht, abgebaut werden. Aktuell befasst spitzenkraft.berlin sich mit der Entwicklung des Modells. Es soll die Wende ermöglichen, hin zum Prinzip des ›attract and attend‹

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