Das neue Normal ist das alte

Ein großes Netz aus Fahrradstraßen soll Köln künftig durchziehen. Darin liegt aber nicht der Stoff für eine Revolution, sondern vielmehr die Rückkehr zum Normalzustand.

Roads were not built for cars. In diesem Satz steckt weniger eine aktivistische Parole als vielmehr eine historische Tatsache: Am Ende des 19. Jahrhunderts fanden sich in den USA Radfahrende in der Good Roads Movement zusammen und setzten die flächendeckende Verbesserung von Straßen mittels Belägen durch. Die Bewegung gipfelte unter anderem im ›Großen Fahrrad-Protest‹ von 1896, an dem in San Francisco mehr als 100.000 Menschen teilnahmen. Die Euphorie über das Fahrrad kannte zu dieser Zeit kaum Grenzen — ganz anders als heute: Im Zeitraum von 2002 bis 2017 sank der Anteil der Menschen in Nordrhein-Westfalen, die mindestens ein Mal wöchentlich das Fahrrad nutzen, von 39 auf 32 Prozent, der Anteil der Nichtnutzenden stieg von 37 auf 40 Prozent. Es ist höchste Zeit, das Radfahren wieder in die Normalität zurückzuholen.

Die erste Fahrradstraße wurde 1993 in Köln eingerichtet. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde die Einrichtung von Fahrradstraßen in Köln weiter forciert, sodass es im gesamten Stadtgebiet mittlerweile knapp 40 Fahrradstraßen mit einer Gesamtlänge von ca. 20 km gibt. In den kommenden Jahren soll das Fahrradstraßennetz weiter intensiv ausgebaut werden. Um dies kommunikativ zu begleiten, entwickelt spitzenkraft.berlin gemeinsam mit den Partner Helios aus Bozen und tippingpoints aus Bonn eine Aufklärungskampagne. Denn viele Menschen wissen mit der Fahrradstraße noch nicht viel anzufangen bzw. auch nicht, welches Verhalten dort richtig ist.