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Mobility Experience Design

Die Zukunft der Mobilität gehört nicht der Technologie, sondern dem Erlebnis.

🡒 mods:// 4 Minuten

Stell‘ Dir vor, unsere Straßen würden verstopft mit Mobilitätspotenzial, das niemand nutzt. Horrorvision? Nein, Realität. Das Car Sharing kommt nicht aus den roten Zahlen, vollmundige Bike Sharing Anbieter mussten unverrichteter Dinge wieder abreisen. Elektrisch betriebene Tretroller bieten deutlich mehr Ärgernis als Nutzen und es mehren sich die Hinweise, sie dienten ohnehin nur einer sehr eingeschränkten Klientel zum Zeitvertreib oder ersetzten im schlimmsten Fall mehr Wege im Umweltverbund als mit dem Auto. Vom Heilsversprechen Mikromobilität insgesamt blieb kaum mehr übrig als Schall und Rauch. Politische Größen werfen derweil mit Großprojekten à la Radschnellweg oder mit Innovations-Buzzwords à la Lufttaxi um sich.

Mit predict and provide vor den Baum

Das Verkehrssystem indes verändert sich so gut wie gar nicht. Schwächere Verkehrsteilnehmer leiden weiter unter den überzogenen Privilegien der Stärkeren. Der Kampf um Gelegenheitsfahrten befindet sich in vollem Gang, sein Ergebnis wird letztlich aber keinen Unterschied bewirken: Entweder darf das Taxi-Gewerbe weitermachen, oder das Geschäft geht an die jungen Unternehmen mit englischen Firmennamen. Sogar eine Innovation wie das Elektroauto tauscht lediglich den Antrieb aus, belässt aber alles andere beim Alten — mit der Folge, dass die geringere Leistungsfähigkeit keine Nachfrage findet, weil wir nun einmal längst besseres gewohnt sind.

Ausgerechnet das elektrische Fahren könnte allerdings den dringend benötigten Paradigmenwechsel einläuten. Die Verkehrswende scheitert bislang nicht an technologischen oder unternehmerischen Unzulänglichkeiten. Sie kommt deshalb nicht in Gang, weil wir den mobilen Menschen noch immer dieselben Mobilitätserlebnisse versprechen wie vor siebzig Jahren — über alle Verkehrsmittel hinweg. Es wird in absehbarer Zeit derjenige Modus den größten Erfolg verbuchen können, der den physischen und psychischen Vorgang des Unterwegsseins am leichtesten und damit am angenehmsten zu gestalten weiß. Es muss sehr verwundern, wie die gesamte Elektromobilitätsbranche es bis heute verschlafen konnte, aus der begeisternden Fahrdynamik oder dem veränderten Tankvorgang ein neues Erlebnis zu entwickeln und zu verkaufen. Das iPhone unter den Pkw, sozusagen, erblickte nie das Licht der Welt.

Erlebniswelt Fortbewegung

Das Mobilitätserlebnis als Zielkategorie verspricht dagegen erhöhte Effizienz, gesteigerte Attraktivität und verbesserte Fairness. Denn es lenkt Aufmerksamkeit und Ressourcen zwangsläufig auf geschlossene Wegeketten, die maximal auf das Erlebnis einzahlen, statt auf die subjektiven und verinselten Lieblingsvorhaben von Parteien oder Personen, die dem Gesamtsystem in keiner Weise dienen. Es lockt die Menschen und belohnt sie für ein bestimmtes Mobilitätsverhalten, statt sie zu belehren oder an ihr Gewissen zu appellieren. Und es stellt endlich Waffengleichheit her zwischen den Modi, indem es beispielsweise den Irrtum ausräumt, Busfahrgäste wünschten sich grundsätzlich einen Kilometer Fußmarsch oder mehr von der Haltestelle bis zum Ziel, wohingegen Autofahrenden grundsätzlich eine Bevorzugung wie bei Invaliden zuteil werden muss.

Weder die Mobilitätsforschung noch die klassische Verkehrsplanung verfügen aktuell über ein probates Verständnis, geschweige denn über eine nennenswerte Kompetenz zum Thema User Experience. spitzenkraft.berlin leistet deswegen vorbereitende Denk- und Modellarbeit und schaut sich dafür auch in Disziplinen um, die sie für den sich fortbewegenden Menschen im Augenblick nicht interessieren — noch nicht.

  • Typ: Modell
  • Auftraggeber: Eigenprojekt
  • Laufzeit: seit 2018
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Analyse, Konzept, Modell

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